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Läsionshöhe | Kennmuskeln und Dermatome

Die Läsionshöhe kann nach den intakten Körperfunktionen eingeschätzt werden.
Dabei helfen Kennmuskeln und die Dermatome.

Ein Dermatom ist ein Hautareal. Es repräsentiert ein bestimmtes Versorgungsgebiet eines Nervs. Die in der Abbildung gezeigten Dermatome unterscheiden sich in deren Spinalnervenversorgung.

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Sie beschreiben immer ein bestimmtes Rückenmarkssegment.

Ihre Untersuchung eignet sich zur Einschätzung der Läsionshöhe bei Rückenmarksschädigungen.

Die Dermatome werden mittels Kältereiz, Berührung oder Nadelstichreizung untersucht. Diese drei Empfindungsreize können zu unterschiedlichen Ergebnissen in den beeinflussten Dermatomen führen.

Dies kann auf eine inkomplette Rückenmarkschädigung schließen.


Ein Beispiel:

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Kann keine Armbeuge durchgeführt werden kann eine Läsion bei C5 vorliegen. Der Armbeugemuskel kann nicht mehr angesprochen werden. Die Läsionshöhe liegt in diesem Fall also "unterhalb von C4".

Die Schädigung ab und oberhalb von C4 führt zu einem Ausfall des Nervus phrenicus.

Dieser Nerv sorgt normalerweise für die Funktion des Zwerchfells. Somit führt der Ausfall des Nervus phrenicus zum Ausfall der Zwerchfellatmung. Bei dieser Schädigung sind aber auch alle anderen Nerven unterhalb von C4 gelähmt.

Bei diesem Trauma wird die aktive Atmung völlig unmöglich. Nur eine künstliche Beatmung kann den Patienten noch am Leben erhalten.

Kennmuskeln für die Bestimmung der Läsionshöhe

Segment C5
Kennmuskel: M. biceps brachii
Funktion: Beugung im Ellenbogen

Segment C6
Kennmuskel: M. extensor carpi radialis
Funktion: Beugung nach dorsal bzw. Streckung im Handgelenk Ellenbogen

Segment C7
Kennmuskel: M. triceps brachii
Funktion: Streckung im Ellenbogen

Segment C8
Kennmuskel: kleine Handmuskeln
Funktion: Fingerspreizen