Informationen zu Spina bifida

Spina bifida heißt „Gespaltene Wirbelsäule“. Umgangssprachlich wird dieses Krankheitsbild als „Offener Rücken" bezeichnet.

Betroffene Kinder haben nach der Geburt über der Wirbelsäule eine offene, manchmal sich vorwölbende Stelle. An dieser Stelle tritt das Rückenmark heraus.

 
Das Nervensystem bildet sich aus der äußeren Haut des Embryos und senkt sich vollständig in die Tiefe ab. Senkt
sich das Nervensystem nicht vollständig ab, bleibt ein Teil an der Körperoberfläche. So entsteht der „offene Rücken“.

In dieser Region liegt das Rückenmark nicht in den Wirbelkörpern. Die Wirbel sind gespalten (Spina bifida) und bieten keinen Schutz. Das an der Oberfläche verbliebene Nervengewebe ist stark funktionsgestört. Bei Kindern mit Spina bifida können zusätzliche Fehlbildungen auftreten. Sie können einen Hydrocephalus (Wasserkopf) haben und bedürfen in den ersten Lebenstagen einer Ventilversorgung.
 
Ursache ist eine starke Verengung der Verbindungsstelle zwischen Gehirn und Rückenmark (das sogenannte Arnold-Chiari-Syndrom). Die Verengung kann auf das nahe gelegene Atemzentrum drücken. Im oberen Bereich des Rückenmarkes können Höhlenbildungen auftreten (Syringomyelie).

Die Komplexität der Fehlbildung führt zu vielfältigen Funktionsstörungen. Im Bereich der Spina bifida und darunter treten die Nerven nicht mehr regulär aus dem Rückenmark. Lähmungen der zu versorgenden Körperregionen sind die Folge.

In den gelähmten Segmenten werden Empfindungen wie Wärme, Schmerzen und Berührungen nicht mehr zum Gehirn transportiert. Umgekehrt kann das Gehirn die betroffenen Regionen nicht mehr steuern. Die Muskeln sind - meist schlaff - gelähmt. Die Funktionen des Darms und der Harnblase sind gestört.